Erfolg: Studieren kann man lernen

Erfolg ist lernbar. Seit Jahren berichte ich über Arbeit, Erfolg und Karriere.

Erfolg heißt auch, dass ich das mit der Erfolgs-Autorin Professor Dr. Kira Klenke geführte Interview hier präsentieren darf.

Erfolg Autorin Professor Dr. Kira Klenke

Professor Dr. Kira Klenke

Frau Professor Dr. Klenke, wie kam es zur Buch-Idee? Was zeichnet Sie besonders dafür aus, dieses Buch zu schreiben?

Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Zum einen habe ich – obwohl ich heute promoviert bin und Professorin – im Gegensatz zu den meisten Hochschuldozenten, damals in der Schule und an der Hochschule nicht zu den Besten gehört.

Im Gegenteil, Schule und auch Hochschule waren für mich über weite Strecken eher ein Alptraum.

Ich beschreibe eine solche für mein eigenes Studium typische Situation im Buch im Kapitel „Des Kaisers neue Kleider“ oder:

Geben Sie sich nicht mit dem zufrieden, was man Ihnen im Studium vorsetzt.

Ich habe damals in meiner Vorlesung nichts kapiert. Nichts. Und ich dachte, ich bin die einzige, der es so geht, nach dem Motto „Ich bin eben nicht so schlau, wie die anderen.“

Das Gegenteil war der Fall:

Nachdem ich mir einen eigenen Weg gesucht hatte, um mir den Stoff zuhause selber anzueignen, habe ich kurz danach (fast) alle anderen Studenten links überholt.

Und die kamen dann zu mir, um zu fragen, wie ich es schaffte, diesen völlig unverständlichen Professor zu verstehen. Das war damals ein Schlüsselerlebnis für mich.

Wenn Studierende den Stoff nicht verstehen, wenn sie eine Lehrveranstaltung nicht motiviert, wenn sie eine schlechte Note bekommen, sind sie in der Regel NICHT zu dumm oder zu faul.

Das ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen. Weder Fleiß noch IQ sind die entscheidenden Stellschrauben für den Erfolg im Studium (und anderswo).

Viel wichtiger ist das, was der amerikanische Psychologe Bandura als Selbstwirksamkeitserwartung bezeichnet.

Das ist die innere Einschätzung eines Menschen, dass er aus eigener Kraft anstehende Aufgaben erfolgreich selber bewältigen kann. Ein Mensch, der sich sicher ist, dass er es auch in schwierigen Situationen irgendwie schaffen wird, diese zu bewältigen, hat eine hohe Selbstwirksamskeitserwartung.

Genau darum geht es in meinem Buch Studieren kann man lernen: Mit weniger Mühe zu mehr Erfolg. Dieses Buch macht Studierenden neuen Mut.

Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern belegen es vielfach:

  • „Ich habe erkannt, dass ich früher eine schlechte Schülerin war, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass jemand an mich glaubt und somit ich auch nicht an mich. Dieser „Fluch“ ist gebrochen und dank „Studieren kann man lernen“ kann ich das auch auf den Rest meines Lebens übertragen. Frau Klenke, DANKE für einen wundervollen Neustart und dass Sie mir mit Ihrem Buch Mut gemacht haben!“
  • „Ich bin begeistert, wie gut ich mich in Ihren Beschreibungen wiederfinde und wie motiviert ich jetzt bin, an meinen Problemen zu arbeiten.“
  • „Seit ich Ihr Buch Studieren kann man lernen lese, merke ich, wie sich langsam ein positives und bestärkendes Gefühl in mir bildet. Ich habe jetzt meine Ziele viel klarer vor Augen.“

Der andere Grund, warum ich dieses Buch geschrieben habe ist, dass ich in über 20 Jahren als Hochschulprofessorin hautnah miterlebt habe, wie viele der Studierenden mit ihrem Studium kämpfen.

Und in den meisten Fällen erreichen sie damit wenig. Wenn etwas nicht klappt wie erhofft, verdoppeln sie in der Regel lediglich die bisherige Anstrengung. Selbstmanagement wird an unseren Hochschulen (und Schulen) immer noch viel zu wenig vermittelt.

Ich bin aus Eigeninteresse, weil auch ich immer wieder extreme Herausforderungen im Beruf erlebt habe, ausgebildeter Coach und zertifizierte NLP-Lehrtrainerin geworden. Da bot es sich einfach an, ein solches Buch zu veröffentlichen.

Das Buch war damals 2012 bei seiner Erstauflage das erste deutsche Hochschul-Lehrbuch mit solchen Aspekten. Es war das erste deutsche Buch, in dem Standard-Coachingtechniken speziell für Studierende aufbereitet wurden.

Es wurde kurz nach dem Erscheinen sofort ein Amazon-Bestseller und war damals wenige Wochen nach der Erstauflage bereits vergriffen.

In Ihrem Buch schreiben Sie „Streng Dich weniger an, dann hast Du mehr Erfolg!“, was meinen Sie damit?

Ja, ich weiß noch, wie verdutzt ich selber war, als ich das zum ersten Mal gehört habe.

Es ist mir nicht gelungen herauszufinden, woher oder von wem dieser wunderbare Spruch stammt.
Die meisten Menschen verbinden mit dem Wort „Erfolg“ sofort auch mit Anstrengung.

Dabei sind insbesondere die Anstrengung, der K(r)ampf und der Stress Gegenspieler des Erfolgs. Sich weniger anstrengen im Studium bedeutet in dem Zusammenhang nicht notwendigerweise weniger zu tun.

Sondern mir geht es hier darum, Studierende zu ermutigen und dazu anzuregen, dass sie ihre Aufgaben anders als bisher anzugehen. Sie sollen sich beim Arbeiten, Nachdenken und Lernen ab sofort immer öfter bewusst machen, wie es ihnen gerade geht. Sie sollten unnötige Zeit- und Kraftvergeudung dadurch vermeiden, dass sie unmotiviert und halbherzig Ihre Zeit „absitzen“ in einer Vorlesung oder einer Lerngruppe.

Sie alleine haben es in der Hand, ob es ihnen gut geht beim Lernen. Und Anregungen dazu, wie Studierende ihren Lernzustand verändern und verbessern können, finden sie im meinem Buch in Hülle und Fülle.

Verraten Sie uns das Geheimnis erfolgreicher Studenten?

Forschungsergebnisse zeigen, dass erfolgreiche Studenten weder intelligenter noch fleißiger sind als die anderen. Erfolg im Studium beruht in der Regel auf strategisch geschicktem Verhalten und einer guten Selbstwirksamskeitserwartung. Genau darum geht es mir in meinem Buch.

Hier habe ich professionelle Coaching-Techniken konkret für die Anforderungen eines Studiums adaptiert, ganz praktisch für die Herausforderungen, denen Studierende täglich im Studium begegnen, umgesetzt. Es werden praktische Wege aufgezeigt, wie Studierende ihr Selbstbewusstsein stärken können, z.B. durch das Upgraden alter Glaubenssätze.

Und wie sie strategisch geschickt deutlich leichter, erfolgreicher und auch mit mehr Freude lernen und studieren.

Verraten Sie uns 3 Erfolgstricks aus Ihrem Buch, die bei Lesern besonders gut ankommen?

Danke für diese Frage, diese Idee finde ich deshalb gut, weil ich gar nicht sagen kann, wie viele starke Erfolg-Tricks und-Tipps in diesem Buch stecken. Ich schätze, es sind an die hundert. Aber gerne verrate ich Ihnen hier 3 wichtige:

Nr. 1 Das Lernplateau

Oft ist es, wenn man etwas Neues lernt, so, dass nach einer Weile (und nach der anfänglichen Begeisterung) urplötzlich das Lernen zäh(er) wird. Man hat dann das Gefühl, es geht nichts mehr rein in den Kopf.

Das ist ein Punkt, an dem viele Studierende resignieren. Sie denken dann zum Beispiel fälschlicherweise, das Fach liege Ihnen nicht. Oder sie denken dann, sie seien nicht schlau genug dafür oder doch zu wenig motiviert.

Während de facto dieser Zustand, das sog. Lernplateau, ein ganz natürlicher Lernzustand ist. Das Gehirn ist dann dabei, das neu Gelernte physisch in Form von neuen Synapsen fest zu verdrahten und will währenddessen nicht gestört werden.

Das heißt, dies ist ein gutes Zeichen und kein Grund zur Besorgnis, im Gegenteil. Man sollte dann in diesem Fach einfach nur für eine kurze Weile aussetzen. Um danach mit neuem Schwung und sicherer als zuvor weiter zu lernen.
Mehr dazu finden Sie online in meinem Artikel „3 Tipps, mit denen Sie leichter durchs Studium kommen“ unter https://www.zeitzuleben.de/3-tipps-mit-denen-sie-leichter-durchs-studium-kommen.

Nr. 2 „Gorillas mitten unter uns. Oder: Wir filtern ständig“

Sobald Sie sich einem Ziel verschrieben haben, sucht Ihr Unterbewusstsein rund um die Uhr nach passenden Informationen, um Sie dabei zu unterstützen.

Ich bin sicher, auch Sie haben schon die folgende Erfahrung gemacht: Sobald Sie Ihre Aufmerksamkeit (sehnsüchtig) auf ein bestimmtes Thema oder Objekt richten, dauert es nicht lang und Sie begegnen dem Thema bzw. Objekt überall und ständig.

Wenn Sie überlegen, ob Sie sich ein bestimmtes dunkelblaues Rennrad kaufen wollen, sehen Sie plötzlich dauernd genau diese dunkelblauen Rennräder.

Aber Achtung: Das Umgekehrte gilt leider genauso:

Etwas kann unsichtbar für Sie sein, obwohl es sich direkt vor Ihrer Nase befindet, weil der Fokus ihrer Aufmerksamkeit woanders liegt.
Dieses Phänomen können Sie auf verblüffende Weise am eigenen Leib erleben und beobachten mithilfe der genialen Videos des Aufmerksamkeits-Experten und Forschers Daniel J. Simons. Schauen Sie sich mal sein Video „Colour Changing Card Trick“ an:

Wenn Sie kein Englisch können, kann man hier über Einstellungen deutsche Untertitel einblenden.
Vergleichbares gilt natürlich auch für jede Lehrveranstaltung, die Studierende besuchen! Ihre persönliche Einstellung zur Situation, d. h. wie positiv oder negativ bzw. wie leicht oder wie schwierig sie eine Vorlesung oder einen bestimmten Stoff einschätzen, entscheidet darüber, was sie in dieser Vorlesung erleben. Und auch darüber, wie viel und was genau sie dabei hören und lernen oder eben leider nicht lernen.

Wenn wir uns auf etwas fokussieren oder, wenn wir fest an etwas glauben, versorgt uns das Unterbewusstsein entsprechend filternd, unermüdlich und absolut verlässlich mit genau den dazu passenden Informationen.

Nr. 3 Unterstützung durch einen Mindmovie

Menschen, die sich bewusst Ziele setzen, haben deutlich mehr Erfolg. Dabei erhöhen sich die Erfolgschancen noch einmal enorm, wenn die Ziele schriftlich festgelegt und regelmäßig, am besten täglich, kurz durchgelesen werden. Dadurch verdichtet sich die Aufmerksamkeit und die Konzentration verstärkt sich so um ein Vielfaches.

Eine angenehme optische Visualisierungshilfe, die man täglich zur Unterstützung auf dem Weg zur Realisierung eines Ziels nutzen kann, ist ein sogenannter Mindmovie:

In einem kurzen Video wird automatisch eine Folienshow abgespult, in der die gewünschten Zielsätze auf einzelnen Folien visualisiert werden. Die Folien bzw. Sätze werden dabei jeweils mit einem passenden, ermutigenden Hintergrundfoto versehen und das Video meist auch mit Musik unterlegt.

Im Buch lernt man neben Allem, was beim Ziele setzen und formulieren bedacht werden sollte, auch die technische Erstellung eines solches Motivationsfilms.

Vielen Dank Frau Professor Dr. Klenke für dieses Interview und Ihre sehr wertvollen Antworten.

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